Freitag, 28. Oktober 2016

Leben aendert sich bei Arbeitslosigkeit

Man muss es sich leider eingestehen. Wenn man den Job verloren hat, verliert man vielleicht auch Freunde. Doch warum verliert man Freunde in dieser Situation?
Ich würde sagen, weil es keine wahren Freunde sind. Wenn man arbeitet, ist man vielleicht immer für andere da. Man hilft hier und da. Man hat auch die Möglichkeit. Man hat das Kapital, vielleicht ein Auto mit dem man mobil ist. Man kann immer zu anderen hin fahren. Vielleicht sogar sie irgendwohin fahren. Man kann Dinge bezahlen. Wenn man irgendwo was trinken geht oder sonstigen Freizeitbeschäftigungen nachgeht. Man versteht sich gut. Man hat Kontakt. Die Welt ist in Ordnung.

Aber wenn man arbeitslos ist, hat man diese Möglichkeiten vielleicht nicht mehr. Kein Auto mehr. Man ist nicht mehr mobil. Man hat kein Geld mehr. Man hat vielleicht somit auch nicht mehr die Möglichkeit, ein Leben zu führen wie man es bisher geführt hat. Das ist traurig, aber offenbar gibt es dann Menschen, die sich auch von einem abwenden. Weil das bisherige Leben nicht mehr da ist. Vielleicht auch, weil sie keinen Nutzen mehr aus dem Kontakt ziehen. Das weiß man nicht.

Aber es ist traurig. Man wird mit seinen Probleme alleine gelassen. Selbst wenn einem angeboten wird, dass geholfen wird. Vielleicht sind diese Angebote so komisch, dass man sie gar nicht erst annimmt. Vielleicht sind sie so radikal, dass man sich damit gar nicht so schnell "anfreunden" kann. Was in dieser Situation fehlt ist eher Einfühlungsvermögen und Hilfsbereitschaft. Man braucht jemanden zum reden. Über die Situation reden kann schon helfen. Aber dafür braucht man auch ein gewisses Einfühlungsvermögen.

Was ist die Folge?

Man fühlt sich alleine gelassen. Es ist keiner mehr da, der einem helfen kann die Situation zu ändern. Dabei war man in der Vergangenheit immer für andere da. Man hat anderen geholfen. Aber nun ist keiner mehr da, wenn man eigentlich selber Hilfe braucht. Man fühlt sich alleingelassen. Mit sich und seinen Problemen. Auch wenn man vielleicht bisher Hilfe abgelehnt hat. Aber man ist in einer Situation, die vielleicht neu ist. Die gab es bisher im Leben noch nicht.

Besonders schlecht ist es, wenn dann noch andere Sorgen und Veränderungen im Leben dazu kommen. Vielleicht hat man Menschen verloren, die man ein Leben lang gekannt hat. Vielleicht sogar die Eltern oder andere Verwandte. Und plötzlich ist man alleine. Mit seinem Problem, welches das Leben ohnehin so verändert. Die Arbeitslosigkeit. Die Veränderungen im bisherigen Tagesablauf. Vielleicht hat man sogar das Gefühl, man ist überflüssig. Zu nichts mehr zu gebrauchen. Und gewisse Verhaltensweisen von so genannten Freunden verstärken dann das Gefühl noch.

Manche sehen die Arbeitslosigkeit vielleicht auch als Vorteil. Sie können nun Dinge tun, für die bisher keine Zeit war. Zum Beispiel Dinge lernen wie Sprachen oder Kochen.
Und das ist gut so. Man sollte sich beschäftigen, wenn die Arbeit nicht mehr da ist. Bisher ging man täglich zur Arbeit und hatte somit einen Mittelpunkt im Leben. Dieser Mittelpunkt ist jetzt vielleicht woanders. Im Lernen von gewissen Dingen.

Alleine in der Arbeitslosigkeit?

Es hört sich vielleicht an wie ein Vorurteil, aber es ist eine Tatsache, dass höher Qualifizierte eher mit so einer Situation umgehen können und sich mit anderen Dingen beschäftigen.
Sicher erleben viele negative Dinge im Leben. Besonders negativ ist es dann, wenn sie alleine sind und alles alleine durchstehen müssen. Sie haben keinen zum Reden. Müssen alles mit sich alleine aus machen, wenn kein Lebenspartner da ist.




Wenn man eine hohe Qualifikation hat, ist es vielleicht auch einfacher, gewissen Problemen entgegen zu treten. Ansonsten übernehmen vielleicht Erschöpfung und Unruhe das Leben. Man braucht einen Plan, wie man wieder zurück kommt "ins Leben". Was einen wieder auf den richtigen Weg bringt. Sich irgendwo hinzusetzen und zu warten, was das Leben bringt, ist sicher nicht effektiv. Man sagt ja, "von Nichts kommt Nichts".

Um neue Pläne zu entwickeln für das künftige Leben, sollte man auch mit der Vergangenheit abschließen. Es kommt nichts wieder und kaum wird etwas noch mal so, wie es mal war. Besonders wenn eine Firma geschlossen wurde. Selbst wenn in dem Gebäude eine neue Firma rein kommt, ist dies keine Garantie dafür, dass es wieder so wird, wie es mal war. Das Gebäude ist vielleicht gleich. Aber es sind andere Menschen da. Entweder als Vorgesetzte oder als Kollegen. Diese haben vielleicht andere Vorstellungen davon, wie der Ablauf aussehen soll. Dies muss man dann so hin nehmen. Man kann es selten ändern.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen